Josemaría Escrivá Obras
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(Die apostolische Sendung aller Katholiken) Die Kirche heiligt uns, nachdem wir durch die Taufe in ihren Schoß eingetreten sind. Kaum haben wir das Licht der Welt erblickt, gelangen wir schon in den Genuß der heiligenden Gnade. Der Glaube eines einzelnen, mehr noch, der Glaube der ganzen Kirche, kommt dem Kind zugute durch das Wirken des Heiligen Geistes, welcher die Kirche eint und die Güter des einen dem anderen zukommen läßt (Thomas von Aquin, S. Th., q. 68, a. 9 ad 2). Wie großartig ist diese übernatürliche Mutterschaft der Kirche, die ihr der Heilige Geist schenkt! Die geistliche Wiedergeburt, die durch die Taufe bewirkt wird, ist in gewisser Hinsicht dem natürlichen Zur-Welt-Kommen ähnlich. So wie die Kinder, die noch im Schoß ihrer Mutter sind, sich nicht durch sich selbst ernähren, sondern von der Mutter die Nahrung empfangen, so erhalten auch die Kleinen, die keinen Vernunftgebrauch haben und sich wie Kinder im Schoß ihrer Mutter, der Kirche, befinden, durch das Wirken der Kirche und nicht durch sich selbst das Heil (Ebd., ad 1).

So springt in ihrer ganzen Größe die priesterliche Gewalt der Kirche ins Auge, die direkt von Christus kommt. Christus ist die Quelle allen Priestertums. Der Priester des Gesetzes war sein Sinnbild; der Priester des Neuen Gesetzes hingegen handelt in der Person Christi, gemäß den Worten von 2 Kor 2,10: Denn was ich verzeihe, verzeihe ich, wenn ich überhaupt etwas verzeihe, aus Liebe zu euch in der Person Christi (Ebd., q 22. a 4).

Die erlösende Mittlerschaft zwischen Gott und den Menschen setzt sich in der Kirche durch das Sakrament der Priesterweihe fort, das durch sein Prägemal und die entsprechende Gnade dazu befähigt, als Diener Jesu Christi zum Wohl aller Seelen zu handeln. Wenn einer etwas tun kann, was dem anderen nicht möglich ist, so kommt das nicht aus der verschiedenen Gutheit oder Schlechtigkeit, sondern aus der erhaltenen Vollmacht, die der eine besitzt und der andere nicht. Da nun der Laie nicht die Konsekrationsgewalt erhält, kann er die Wandlung nicht vollziehen, auch wenn seine persönliche Gutheit noch so groß sein sollte (Ders., In IV Sent., d. 13, q. 1, a. 1).

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