Josemaría Escrivá Obras
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(Die Kirche ist apostolisch) Unser Herr gründet die Kirche auf die Schwäche - aber auch auf die Treue einiger Männer, der Apostel, und Er verspricht ihnen den beständigen Beistand des Heiligen Geistes. Lesen wir einmal mehr den bekannten Text, der immer neu und aktuell ist: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Geht also hin und lehrt alle Völker und tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt (Mt 28,18-20).

Die Predigt des Evangeliums in Palästina ist nicht Ergebnis der persönlichen Initiative einiger Schwärmer. Was konnten die Apostel tun? Zu ihrer Zeit galten sie nichts. Sie waren weder reich noch gebildet, noch waren sie Helden im menschlichen Sinn. Jesus legt auf die Schultern dieser kleinen Schar von Männern eine riesige, göttliche Aufgabe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestellt, daß ihr hingeht und Frucht bringt und daß eure Frucht bleibt. Dann wird der Vater euch alles geben, um was ihr Ihn in meinem Namen bittet (Joh 15,16).

Während zweitausend Jahren Geschichte besteht in der Kirche die apostolische Sukzession. Die Bischöfe, erklärt das Konzil von Trient, haben die Stelle der Apostel eingenommen und sind, wie der Apostel (Paulus) selbst sagt, vom Heiligen Geist eingesetzt, um die Kirche zu leiten (Apg 20,28) (Konzil von Trient, Lehre vom Bußsakrament, DS 1768 [960]). Und einen der Apostel - den Simon - hat Christus auf besondere Weise auserwählt: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen (Mt 16,18). Ich habe für dich gebetet, fügt er später noch hinzu, daß dein Glaube nicht wanke; und du, wenn du dich bekehrt hast, stärke deine Brüder (Lk 22,32).

Petrus begibt sich nach Rom und begründet dort den Primatialsitz des Stellvertreters Jesu Christi. Deshalb erkennt man in Rom am besten die apostolische Sukzession, und deshalb ist Rom der Apostelsitz schlechthin. Das II. Vatikanische Konzil hat mit Worten einer früheren Kirchenversammlung - der von Florenz - erklärt, daß von allen Christen zu glauben ist, daß der heilige Apostolische Stuhl und der Römische Bischof den Primat über die ganze Welt innehaben und daß eben dieser Römische Bischof der Nachfolger des heiligen Apostelfürsten Petrus ist, daß er der wahre Stellvertreter Christi, das Haupt der ganzen Kirche und der Vater und Lehrer aller Christen ist, daß ihm im heiligen Petrus von unserem Herrn Jesus Christus die Vollgewalt übertragen ist, die Kirche zu weiden, zu regieren und zu leiten (1 Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche, DS 3059 [1826]).

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