Josemaría Escrivá Obras
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Homilie, gehalten am 4 Juni 1972, 2. Sonntag nach Pfingsten

Die liturgischen Texte des heutigen Sonntags bilden eine Kette von Anrufungen an den Herrn. Wir sagen Ihm, daß Er unser Beschützer ist, unser Fels, unser Hort (Vgl. Ps 17,19-20. 2-3 [Introitus der Messe]). Und das Tagesgebet führt dieses Motiv des Introitus weiter: Du entziehst ja nie Deine Leitung jenen, die Du fest in Deiner Liebe begründest (Tagesgebet des 2. Sonntags nach Pfingsten).

Auch im Graduale suchen wir bei Ihm unsere Zuflucht: Ich schrie zum Herrn in meiner Not... Herr, rette mich vor Lästerlippen und vor Lügenzungen. O Herr, mein Gott, auf Dich vertraue ich! (Ps 119,1-2; Ps 7,2 [Graduale der Messe]) Es ist bewegend, wie uns Gott, unser Vater, doch immer wieder eindringlich mahnt, zu seiner Barmherzigkeit zu flüchten, was immer auch geschehen mag. Sogar jetzt, in diesen Augenblicken, da verworrene Stimmen in der ganzen Kirchen zu hören sind; es sind Zeiten des Irregehens, denn viele Seelen finden keine guten Hirten, die sie wie Christus hinleiten würden zur Liebe des Herrn. Statt dessen stoßen sie auf Diebe und Räuber, die kommen, um zu stehlen, zu morden und zu verderben (Joh 10,8.10).

Fürchten wir uns nicht. Die Kirche ist der Mystische Leib Christi. Unerschütterlich wird sie der Weg sein und der Schafstall des Guten Hirten - festes Fundament und offene Straße für alle Menschen. Soeben haben wir es im heiligen Evangelium gelesen: Geh hinaus an die Wege und Zäune und nötige die Leute hereinzukommen, damit mein Haus voll werde (Lk 14,23).

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