Josemaría Escrivá Obras
208

Gesegnet sei der Schmerz. - Geliebt sei der Schmerz. - Geheiligt sei der Schmerz... Verherrlicht sei der Schmerz!


209

Der Apostel gibt uns ein ganzes Programm an die Hand, um die Schule des Leidens erfolgreich zu durchlaufen: "spe gaudentes", fröhlich in der Hoffnung, "in tribulatione patientes", geduldig in der Drangsal, "orationi instantes", beharrlich im Gebet.


210

Sühne: das ist der Pfad, der zum Leben führt.


211

Vergrabe durch die Buße deine Nachlässigkeiten, Beleidigungen und Sünden in der tiefen Grube, die deine Demut öffnet. - Denn so vergräbt auch der Bauer die faulen Früchte, die trockenen Äste und das gefallene Laub am Fuße des Baumes, der sie hervorbrachte. - Was unfruchtbar, ja, was schädlich war, trägt nun wirksam zu neuer Fruchtbarkeit bei.

Lerne, Schwung aus dem Sturz zu holen: Leben aus dem Tode.


212

Der Christus, den du siehst, ist nicht Jesus. - Es ist höchstens das traurige Bild, das deine getrübten Augen dir zeigen... - Läutere dich. Reinige deinen Blick mit Hilfe der Demut und der Buße. Dann... fehlt dir das klare Auge der Liebe nicht. Dein Blick wird schärfer. Dein Bild wird dann wirklich sein Bild: Er!


213

Jesus leidet, um den Willen des Vaters zu erfüllen... Auch du willst den heiligsten Willen des Vaters erfüllen und den Schritten des Meisters folgen. Kannst du dich da beklagen, wenn du das Leiden als Gefährten findest?


214

Sage deinem Leib: Lieber will ich mir einen Sklaven halten als selber dein Sklave sein.


215

Welche Angst haben die Leute vor der Sühne! Würden sie in der rechten Absicht, Gott zuliebe, all das tun, was sie auf sich nehmen, um vor der Welt eine gute Figur abzugeben, wie heilig wäre mancher Mann und manche Frau!


216

Du weinst? - Schäme dich deswegen nicht. Weine. Männer weinen, genau wie du, in der Einsamkeit, vor Gott. - Des Nachts, sagt der König David, netze ich mit den Tränen mein Lager.

Mit deinen brennenden und männlichen Tränen kannst du deine Vergangenheit läutern und dein gegenwärtiges Leben ins Übernatürliche erheben.


217

Ich will, daß du auf der Erde glücklich bist. - Das wirst du aber nie, wenn du nicht die Angst vor dem Schmerz verlierst. Denn solange wir "unterwegs" sind, liegt unser Glück gerade im Schmerz.


218

Wie schön ist es, das Leben um d e s Lebens willen zu verlieren!


219

Wenn dir klar ist, daß diese körperlichen und seelischen Schmerzen Läuterung und Verdienst bedeuten, dann segne sie.


220

"Gott gebe Ihnen Gesundheit", sagen manche Bettler, wenn sie um ein Almosen bitten oder sich bedanken. Hat dieser Wunsch rein körperlichen Wohlergehens nicht einen schlechten Beigeschmack?


221

Wenn wir in der freiwilligen Sühne großzügig sind, erfüllt Jesus uns mit der Gnade, die von Ihm gesandten Prüfungen zu lieben.


222

Durch die Sühne soll dein Wille von den Sinnen fordern, was die anderen Kräfte der Seele ihm im Gebet verweigern.


223

Ohne beständige Abtötung ist die Buße kaum etwas wert.


224

Angst vor der Buße?... Vor der Buße, die dir hilft, das ewige Leben zu gewinnen? - Um jedoch das armselige gegenwärtige Leben zu erhalten, unterwerfen sich die Menschen den tausend Qualen eines blutigen chirurgischen Eingriffs. Siehst du das nicht?


225

Dein größter Feind bist du selbst.


226

Behandle deinen Körper sorglich; aber schone ihn nicht mehr, als es einem verräterischen Feind zusteht.


227

Wenn du begriffen hast, daß der Leib dein Feind und Feind der Verherrlichung Gottes ist, weil er deine Heiligung bedroht, warum faßt du ihn dann so weich an?


228

"Verbringen Sie einen schönen Nachmittag", sagte man uns höflich. Ein Gott sehr verbundener Mensch bemerkte dazu: "Wie banal!"


229

Mit Dir, Jesus, ist der Schmerz voller Freude und das Dunkel voller Licht!


230

Du leidest! - Hör zu: "Sein" Herz ist nicht kleiner als das unsere. Du leidest? Es tut dir not.


231

Strenges Fasten ist eine Gott sehr wohlgefällige Buße. - Aber aus dem einen oder anderen Grund haben wir Erleichterungen zugelassen. Es ist nichts dagegen einzuwenden - im Gegenteil -, wenn du es mit Erlaubnis deines Leiters häufig übst.


232

Gründe zur Buße? Sühne, Wiedergutmachung, Bitten, Danksagung: lauter Mittel, um voranzukommen...: für dich, für mich, für deine Familie, dein Land, die Kirche... Und tausend Gründe mehr.


233

Übe nicht mehr Buße, als dein Leiter dir gestattet.


234

Wir adeln den Schmerz, wenn wir ihn an seinen richtigen Platz im Heilsplan des Geistes stellen: als Sühne.


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