Josemaría Escrivá Obras
667

Die Akte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe sind Ventile, aus denen die Energie der Seele hervorbricht, die aus Gott lebt.


668

Tu all das uneigennützig, aus reiner Liebe, als ob es weder Lohn noch Strafe gäbe. - Aber pflege in deinem Herzen die glorreiche Hoffnung auf den Himmel.


669

Es ist gut, daß du wie ein Kind Gott dienst, Ohne Entgelt, großmütig... - Aber sorge dich nicht, wenn du manchmal an den Lohn denken mußt.


670

Jesus sagt: "Jeder, der Haus und Brüder und Schwestern und Vater und Mutter und Frau und Kinder und Besitz um meines Namens willen verläßt, wird das Hundertfache erhalten und das ewige Leben erlangen." Such dir auf der Erde jemanden, der mit solcher Großzügigkeit zahlt!


671

Jesus... schweigt. "Iesus autem tacebat". Warum redest du? Um dich zu trösten, um dich zu rechtfertigen?

Schweige. - Suche die Freude in der Verachtung: man erweist dir stets weniger, als du verdienst.

Kannst du vielleicht fragen: "Quid enim mali feci?" Was habe ich Böses getan?


672

Mit Sicherheit bist du ein Mensch Gottes, wenn du Ungerechtigkeit froh und schweigend erträgst.


673

Eine herrliche Antwort, die der ehrwürdige Alte dem jungen Mann gab, als dieser sich über erlittenes Unrecht beklagte: "Das stört dich?" sagte er ihm. "Dann darfst du nicht gut sein wollen!"


674

Äußere nie deine Meinung, wenn man dich nicht darum bittet, selbst wenn du glaubst, daß diese Meinung die treffendste ist.


675

Es stimmt, er war ein Sünder. - Aber bilde dir über ihn kein unumstößliches Urteil. - Sei barmherzig und bedenke, daß er noch ein Augustinus werden kann, während du in deiner Mittelmäßigkeit stecken bleibst.


676

Alle Dinge dieser Welt sind nur Erde. - Wirf das alles auf einen Haufen unter deinen Füßen, dann bist du dem Himmel näher.


677

Gold, Silber, Juwelen..., Erde, Dunghaufen. Genüsse, sinnliche Vergnügungen, Befriedigung der Triebe..., wie ein Tier, wie ein Maultier, wie ein Schwein, wie ein Hahn, wie ein Stier.

Ehren, Auszeichnungen, Titel..., Luft, Aufgeblasenheit, Lügen, nichts.


678

Hänge deine Liebe nicht an diese Welt. - Es ist eine selbstsüchtige Liebe... Die du liebst, wenden sich in Furcht und Ekel von dir ab, wenige Stunden schon, nachdem Gott dich in seine Gegenwart gerufen hat. Bleibende Liebe ist anderer Art.


679

Völlerei ist ein häßliches Laster. - Belustigt es dich nicht etwas, und ekelt es dich nicht auch ein bißchen an, diese gesetzten Herren zu betrachten, wie sie rund um den Tisch sitzen, wie bei einem Kult; wie sie sich fettes Zeug in den Verdauungstrakt stopfen, als ob das ein "Selbstzweck" wäre?


680

Bei Tisch sollst du nicht vom Essen sprechen. Das ist gewöhnlich und paßt nicht zu dir. Sprich von etwas Höherem, von der Seele oder der Vernunft, und du veredelst diese Notwendigkeit.


681

An dem Tag, da du vom Tisch aufstehst und keine kleine Abtötung gemacht hast, hast du wie ein Heide gegessen.


682

Gewöhnlich ißt du mehr als nötig. - Und die Sattheit, die dir oftmals Schwere und Unwohlsein verursacht, macht dich unfähig, die übernatürlichen Güter zu kosten, und behindert dein Denken.

Was für eine gute Tugend ist die Mäßigkeit, auch für dein natürliches Leben!


683

Du sagst, du seiest ein Christ. Ich sehe dich, wie du ein Heiligenbild küßt, wie du ein mündliches Gebet murmelst, wie du dich aufregst über die Feinde der Kirche... und wie du sogar häufig zu den Sakramenten gehst. Aber ich sehe dich kein Opfer bringen. Ich sehe dich an bestimmten weltlichen Unterhaltungen festhalten (ich könnte ihnen mit Recht eine andere Bezeichnung geben). Ich sehe dich keinem Bedürftigen helfen... Und auch nicht der Kirche Christi! Ich sehe dich keine Schwäche deines Bruders ertragen, noch deinen Stolz für das allgemeine Wohl zurückstellen, noch... so manches andere!

Ich sehe dich... und sehe dich nicht... - Und du... willst behaupten, ein Christ zu sein? - Was für eine erbärmliche Vorstellung hast du von Christus!


684

Dein Geist, deine Beliebtheit, deine Fähigkeiten... gehen verloren! Man läßt sie nicht zur Entfaltung kommen. Betrachte die folgenden Worte eines geistlichen Autors: "Weihrauch, den man Gott spendet, geht nicht verloren. Der Herr wird mehr im Opfer als im eitlen Gebrauch deines Geistes geehrt."


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