Josemaría Escrivá Obras
630

Denke daran: der hat mehr, der weniger braucht. - Schaffe dir keine Bedürfnisse.


631

Löse dich von den Gütern der Welt. - Übe dich in der Armut des Geistes und liebe sie: sei zufrieden mit dem, was hinreicht, ein nüchternes und maßvolles Leben zu führen.

Sonst wirst du nie ein Apostel.


632

Die wahre Armut besteht nicht im Nichthaben, sondern im Losgelöstsein: im freiwilligen Verzicht auf die Herrschaft über die Dinge.

Deshalb gibt es Arme, die in Wirklichkeit reich sind. Und umgekehrt.


633

Wenn du ein Mensch Gottes bist, so setze an die Verachtung der Reichtümer den gleichen Eifer, den die anderen daransetzen, sie zu besitzen.


634

Soviel Anhänglichkeit an die Dinge der Erde! Bald entgleiten sie dir, denn die Reichtümer folgen dem Reichen nicht ins Grab.


635

Du hast den Geist der Armut nicht, wenn du die Möglichkeit hast, unauffällig zu wählen, und dir nicht das Schlechtere nimmst.


636

"Divitiae, si affluant, nolite cor apponere." Wenn Reichtum dir zufließt, hänge dein Herz nicht daran. - Zaudere nicht und verwende ihn großzügig. Notfalls sogar heroisch.

Sei arm im Geiste.


637

Du liebst die Armut nicht, wenn du nicht liebst, was die Armut mit sich bringt.


638

Wie reich an Hilfsquellen ist die Armut! - Erinnerst du dich noch? Als jenes apostolische Werk in wirtschaftliche Bedrängnis geriet, gabst du ihm bis zum letzten Pfennig, was du hattest.

Und er, der Priester Gottes, sagte dir: "Ich gebe dir auch alles, was ich habe." Kniend hörtest du die Worte: "Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, komme auf dich herab und bleibe immerdar."

Noch immer bist du überzeugt, daß du kein schlechtes Geschäft machtest.


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