Josemaría Escrivá Obras
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(In der Kirche liegt unser Heil) Vergessen wir nicht, daß die Kirche viel mehr ist als bloß einer der Wege des Heiles: sie ist der einzige Weg. Das haben sich nicht Menschen ausgedacht, sondern Christus hat es so gewollt: Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden (Mk 16,16). Deshalb heißt es, daß die Kirche alleinseligmachend und heilsnotwendig ist. Bereits im zweiten Jahrhundert schrieb Origenes: Will einer das Heil erlangen, so komme er in dieses Haus, damit es ihm gelinge... Keiner soll sich täuschen: außerhalb dieses Hauses, das heißt außerhalb der Kirche, erlangt keiner das Heil (Origenes, In Jesu nave homilia, 5, 3 [PG 2, 849]). Ebenso schrieb der heilige Cyprian: So wenig einer zu entrinnen vermochte, der außerhalb der Arche Noah war, ebensowenig vermag einer zu entkommen, der außerhalb der Kirche steht (Cyprian, De catholicae Ecclesiae unitate, 6 [PL 4, 502]).

Extra Ecclesiam, nulla salus: außerhalb der Kirche kein Heil. Diese ist die stete Mahnung der Kirchenväter. So heißt es beim heiligen Augustinus: Man kann Ehre empfangen, man kann Sakramente besitzen, man kann "Alleluja" singen, man kann "Amen" antworten, man kann das Evangelium verteidigen, man kann an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist glauben und diesen Glauben verkündigen: außerhalb der katholischen Kirche kann man alles finden, nur nicht das Heil (Augustinus, Sermo ad Caesariensis ecclesiae plebem, 6).

Dennoch - wie vor etwa zwanzig Jahren Pius XII. beklagte - schränken einige die Notwendigkeit, zur wahren Kirche zu gehören, um das ewige Heil zu erlangen, auf eine bloße Formel ein (Pius XII., Enzyklika Humani generis, AAS, 42, S. 570). Und doch bildet diese Glaubenswahrheit die Grundlage des miterlösenden Wirkens der Kirche, sie ist das Fundament der schweren apostolischen Verantwortung der Christen. Doch gab der Erlöser nicht nur das Gebot, daß alle Völker in die Kirche eintreten sollen, sondern Er bestimmte auch, daß die Kirche ein Heilsmittel sei, ohne das niemand in das Reich der himmlischen Glorie gelangen kann (Pius XII., Brief des Heiligen Offiziums an den Erzbischof von Boston, Denzinger-Schön. 3868).

Unser Glaube lehrt, daß niemand gerettet wird, der nicht der Kirche angehört, und daß niemand in die Kirche Aufnahme findet, der sich nicht taufen läßt. Die Rechtfertigung - so erklärt das Konzil von Trient - ist nach der Verkündigung des Evangeliums ohne das Bad der Wiedergeburt oder das Verlangen danach nicht möglich (Dekret De iustificatione, Kap 4, Denzinger-Schön. 1524).

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