Josemaría Escrivá Obras
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(Priester auf ewig) Der Priester, der die heilige Messe so lebt - anbetend, sühnend, bittend, dankend, eins geworden mit Christus und der die Gläubigen lehrt, aus dem heiligen Opfer die Mitte und Wurzel des christlichen Lebens zu machen, bezeugt damit die unvergleichliche Würde der Berufung zum Priestertum, das unauslöschliche Prägemal, das einen Menschen zum Priester auf ewig macht.

Ich weiß, daß ihr mich versteht, wenn ich euch sage, daß neben einem solchen Priester das Verhalten mancher anderer, die sich so geben, als ob sie sich wegen ihres Priesterseins entschuldigen müßten, sowohl vom Menschlichen wie vom Glauben her als ein Versagen erscheint. Es ist wirklich schade, denn diese Haltung führt sie dazu, ihr Dienstamt zu vernachlässigen, die Laien partout nachzuahmen und sich eine Nebenbeschäftigung zu suchen, die allmählich ihre ureigene Aufgabe, durch Berufung und Sendung übertragen, verdrängt. Oft neigen sie dazu, die Arbeit der Seelsorge, vor der sie fliehen, durch Einmischung in Bereiche, die Sache der Laien sind - gesellschaftliche Initiativen, Politik usw. - zu ersetzen: so entsteht der Klerikalismus, die pathologische Deformation der wahren priesterlichen Aufgabe.

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