Josemaría Escrivá Obras
 
 
 
 
 
 
  Gespräche mit Msgr. Escrivá de Balaguer > Die Universität im Dienst unserer Gesellschaft > Textabschnitt 80
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Unter den Studenten wird eine immer stärkere Kritik an der Tatsache laut, daß die Lehrstühle auf Lebenszeit vergeben werden. Scheint Ihnen diese Kritik berechtigt zu sein?

Ja. Selbst unter Berücksichtigung des hohen menschlichen und wissenschaftlichen Niveaus des spanischen Professorenkollegiums bevorzuge ich das System der freien vertraglichen Anstellung. Das freie Angestelltenverhältnis bedeutet meiner Ansicht nach wirtschaftlich gesehen keinen Nachteil für den Professor, und es stellt andererseits einen Ansporn für den Lehrstuhlinhaber dar, niemals mit der Forschung aufzuhören oder seine Weiterbildung zu vernachlässigen. Außerdem wird so vermieden, daß der Lehrstuhl als eine Pfründe statt einer Stätte des Dienstes aufgefaßt wird.

Ich bestreite damit weder, daß man mit dem System des Lehrstuhls auf Lebenszeit in manchen Ländern gute Erfahrungen macht, noch, daß es innerhalb dieses Systems Professoren mit großem Prestige gibt, die ihren Lehrstuhl wirklich als Dienst an der Universität verstehen. Aber meiner Ansicht nach ermöglicht der freie Vertragsabschluß, daß diese Fälle immer häufiger und vielleicht sogar - wie es das Ideal wäre - schließlich der Normalfall werden.

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