Josemaría Escrivá Obras
 
 
 
 
 
 
  Freunde Gottes > Natürliche Tugenden > Textabschnitt 82
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Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit

Die natürlichen Tugenden verlangen von uns ständige Anstrengung, denn es ist nicht leicht, angesichts lang anhaltender Situationen, die die eigene Sicherheit zu gefährden scheinen, sich selbst treu zu bleiben. Ihr seht das bei einer so kristallklaren Eigenschaft wie der Wahrhaftigkeit: Ob es stimmt, daß sie nichts mehr gilt? Daß sie den Halbwahrheiten und Winkelzügen endgültig das Feld räumen mußte? Man fürchtet die Wahrheit und flüchtet sich deshalb, als erbärmliche Ausrede, in die Behauptung, keiner sage sie, niemand lebe nach ihr, jeder heuchele und lüge.

Zum Glück ist es nicht so. Es gibt viele Menschen - Christen wie Nichtchristen -, die, statt ihren Mantel nach dem Wind zu hängen, bereit sind, um der Wahrheit willen sogar ihre eigene Ehre und ihren guten Ruf aufs Spiel zu setzen. Weil diese Menschen die Aufrichtigkeit lieben, sind sie auch fähig, einen Irrtum zu berichtigen, wenn sie ihn merken. Dazu sind die unfähig, die auf die Lüge bauen und "Wahrheit" nur als den Deckmantel ihrer Unredlichkeit begreifen können.

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