Josemaría Escrivá Obras
 
 
 
 
 
 
  Die Spur des Sämanns > Inneres Leben > Textabschnitt 677
677

Der Herr hat in deine Seele den guten Samen ausgesät. Und für diese Saat des ewigen Lebens hat Er sich eines mächtigen Mittels bedient: des Gebetes.

Denn eines kannst du nicht bestreiten: Viele Male hat Er dich während deines Gebetes vor dem Tabernakel, von Angesicht zu Angesicht, tief in der Seele den Ruf vernehmen lassen, daß Er dich ganz zueigen haben wollte und daß du für Ihn alles aufgeben solltest. Wenn du das jetzt bestreitest, bist du ein schwächlicher Verräter. Wenn du es vergessen hast, bist du undankbar.

Ebenso hat Er sich - das kannst du nicht in Zweifel ziehen, und du hast es bis jetzt auch nicht bezweifelt - der Ratschläge und der geistlichen Anregungen deines Leiters bedient, der immer wieder und eindringlich Worte zu dir gesprochen hat, die du nicht einfach in den Wind schlagen kannst... Ganz am Anfang hat der Herr sich auch eines guten, aufrichtigen Freundes bedient, der dir harte Wahrheiten sagte, Wahrheiten der Liebe Gottes... Durch all das hat der Herr den guten Samen in deine Seele eingesenkt.

Nun entdeckst du - naiv und überrascht -, daß der Feind Unkraut in deiner Seele gesät hat. - Und er sät es weiter, während du bequem schläfst und dein inneres Leben vor die Hunde gehen läßt. - Hier und nirgends sonst liegt der Grund dafür, daß du nun in deiner Seele das ganze klebrige Gestrüpp der Weltverstricktheit wuchern siehst. Ja, schon kommt es dir gelegentlich so vor, als erstickten in ihm die Körner des guten Weizens, die du empfangen hattest...

Reiß das ganze Unkraut mit einem Ruck aus! Die Gnade Gottes genügt dir. Befürchte nicht, es könnte eine "leere Stelle" zurückbleiben, so etwas wie eine Wunde... Der Herr wird in sie von neuem seinen Samen säen: die Liebe zu Ihm, die Brüderlichkeit, den Eifer für das Apostolat... Nach einiger Zeit wird nicht mehr die geringste Spur von Unkraut zu finden sein. Jetzt aber - gerade noch rechtzeitig - mußt du es mit Stumpf und Stiel ausreißen. Und am besten ist es, wenn du, statt zu schlafen, auch bei Nacht dein Feld bewachst.

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