Josemaría Escrivá Obras
 
 
 
 
 
 
  Die Spur des Sämanns > Heuchelei > Kap 20
632

Das Resultat von ständiger Heuchelei ist stets ein Leben voller Bitterkeit.


633

Herodes äußert den Wunsch: "Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige." Angesichts ähnlicher "Empfehlungen" bitten wir den Heiligen Geist um seinen Beistand. Er möge uns vor der "Protektion" und den "Hilfsangeboten" derartiger Gönner schützen!

Das Licht des wahren Trösters wird uns nicht fehlen, wenn wir - wie die Weisen aus dem Morgenland - die Wahrheit suchen und mit aller Aufrichtigkeit sprechen.


634

Manche Leute werden ärgerlich, weil du die Dinge so klar aussprichst?

Vielleicht regt sich etwas in ihrem Gewissen, das sie ersticken möchten.

Bleibe du bei dieser Klarheit! Sie kann ihnen eine Hilfe sein, richtig zu reagieren.


635

Solange du die Absichten anderer böswillig deutest, hast du kein Recht, für dich selbst Verständnis zu verlangen.


636

Dies muß korrigiert und jenes muß reformiert werden... So redest du dauernd. - Ändere zuerst dich selbst! - du hast es wirklich nötig -, und damit hättest du schon einen Anfang in deinem Reformprogramm gemacht...

Solange das nicht geschieht, werde ich deinem Rufen nach Erneuerung keinen Glauben schenken.


637

Unglaublich pharisäisch ist das Verhalten mancher Zeitgenossen! Sie nehmen Anstoß daran, wenn sie von anderen Leuten das hören, was sie selbst vorher zu ihnen gesagt haben.


638

Du bist ein Schnüffler. Man könnte meinen, das Leben deines Nächsten auszuforschen, sei deine einzige Aufgabe. Als du endlich auf jemanden gestoßen bist, der dich klar und energisch in deine Schranken verwies, fingst du an, dich laut zu beklagen, als ob man dich beleidigt hätte.

So weit geht deine Schamlosigkeit, so verbildet ist dein Gewissen! - Und für wie viele gilt dasselbe...


639

Mit einem einzigen klugen Schachzug versuchst du, dir zugleich die "Ehrenhaftigkeit" der richtigen Ansicht und die unehrenhaften "Vorteile" der gegnerischen Seite zunutze zu machen.

Dafür gibt es in allen Sprachen nur ein Wort: Verlogenheit.


640

Wie gütig sie sind!... Sie erklären sich bereit, etwas zu "entschuldigen", das ohnehin nichts anderes als Lob verdient.


641

Daß der Verfolger sich als Verfolgter hinstellt, ist ein uralter Trick. Eine alte spanische Volksweisheit nennt das: mit verbundenen Augen Steine werfen.


642

Stimmt es wirklich - es wäre traurig -, daß viele Menschen mit ihren Verleumdungen gegen die Gerechtigkeit verstoßen und sich dann auf Anstand und Nächstenliebe berufen, um das Opfer mundtot zu machen, wenn es sich verteidigen will?


643

Wie peinlich ist das Wort Ökumenismus im Munde von Katholiken, die andere Katholiken schlecht behandeln!


644

Welch eine absurde Auffassung von Objektivität! Irgendwelche Leute untersuchen Personen oder Unternehmungen nach den abwegigen Kriterien ihrer eigenen Fehlhaltungen, und mit säuerlicher Unverfrorenheit kritisieren sie oder werfen sich zu Ratgebern auf.

Konkreter Vorsatz: Wenn wir einmal tadeln müssen oder einen Rat geben sollen, machen wir uns zuerst bewußt, daß Gott uns sieht und hört, und beziehen wir unsere Worte auch auf uns selbst.


645

Greife niemals zu dem verwerflichen Mittel, gegen irgendjemanden eine systematische Verleumdungskampagne ins Werk zu setzen! Keine vermeintlich noch so "moralisch-pädagogischen" Gründe rechtfertigen unmoralisches Handeln!


646

Deine Ratschläge sind weder wirklich objektiv noch lauter, wenn du dich darüber ärgerst oder es als Zeichen des Mißtrauens deutest, daß man auch andere Leute von fundierter Bildung und rechtem Glauben zu Rate zieht.

Wenn du wirklich das Heil der Seelen und den Dienst für die Wahrheit im Auge hast - warum bist du dann gekränkt?


647

Maria hat nicht einmal Josef in das Geheimnis eingeweiht, das Gott in ihr gewirkt hatte.

Auch wir wollen uns daran gewöhnen, nicht leichtfertig zu sein. Weisen wir unseren Freuden und unseren Kümmernissen den rechten Weg, ohne Lob oder Mitleid zu heischen. "Deo omnis gloria!" - alles für Gott!


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