Josemaría Escrivá Obras
 
 
 
 
 
 
  Der Weg > Heilige Reinheit > Kap 4
118

Gott gibt die heilige Reinheit, wenn man in Demut darum bittet.


119

Wie schön ist die heilige Reinheit! Aber sie ist nicht heilig und nicht Gott wohlgefällig, wenn wir sie von der Liebe trennen.

Die Nächstenliebe ist der Keim, der mit dem Wasser der Reinheit wächst und herrliche Früchte bringt.

Ohne Liebe ist die Reinheit unfruchtbar. Ihre leblosen Wasser verwandeln die Seele in einen Tümpel, in einen faulen Teich, aus dem Dunstwellen des Hochmutes steigen.


120

"Reinheit?" fragen sie. Und lächeln. - Es sind dieselben Menschen, die mit verlebtem Körper und kraftloser Seele in die Ehe gehen.

Ich verspreche euch, mit Gottes Hilfe, ein Buch, das etwa heißen könnte: "Ehelosigkeit, Ehe und Reinheit".


121

Es bedarf eines Feldzuges für Männlichkeit und Reinheit, um die verheerende Arbeit derjenigen zu durchkreuzen und auszulöschen, die den Menschen für ein Tier halten. - Dieser Feldzug ist eure Sache.


122

Viele leben mitten in der Welt wie Engel. Du warum du nicht?


123

Wenn du fest entschlossen bist, ein sauberes Leben zu führen, ist die Keuschheit keine Last für dich, sondern Krone des Sieges.


124

Du Arzt, Apostel schreibst mir: "Wir wissen alle aus Erfahrung, daß wir keusch leben können, wenn wir wachsam bleiben, häufig die Sakramente empfangen und die ersten Funken der Leidenschaft löschen, ehe der Brand sich ausbreitet. Gerade unter den Keuschen findet man die echten Männer, in jeder Hinsicht. Unter den Unzüchtigen dagegen herrschen die Furchtsamen, die Egoisten, die Falschen und Grausamen vor, lauter Zeichen mangelnder Männlichkeit."


125

Du sagtest mir, wie gerne du dich mit dem jugendlichen Johannes aussprechen möchtest, damit er dir seinen Rat gebe und dich ansporne, die Reinheit des Herzens zu gewinnen.

Wenn du das wirklich willst, sage es ihm. Du wirst Mut fassen und Rat empfangen.


126

Schlemmerei ist die Vorstufe zur Unreinheit.


127

Laß dich nicht auf eine Zwiesprache mit der Begehrlichkeit ein: verachte sie.


128

Scham und Anstand sind kleine Geschwister der Reinheit.


129

Ohne die heilige Reinheit kann man im Apostolat nicht beharren.


130

Jesus, nimm von mir die Schmutzkruste sinnlicher Verdorbenheit, die mein Herz umschließt, damit ich leichter die Anregungen des Heiligen Geistes in meiner Seele wahrnehme und befolge.


131

Sprich nie, auch nicht um sie zu beklagen, von unreinen Dingen oder Ereignissen. - Gib acht, das Zeug ist klebriger als Teer. - Wechsle das Thema, und wenn das nicht geht, führe es weiter, aber sprich dann von der Notwendigkeit und Schönheit der heiligen Reinheit, eine Tugend derer, die um den Wert ihrer Seele wissen.


132

Sei nicht so feige, "mutig" zu sein: fliehe!


133

Die Heiligen waren keine verbogenen Wesen, kein Gegenstand für die Untersuchungen eines modernistischen Mediziners.

Sie waren und sind normale Menschen: aus Fleisch wie du. Und sie siegten.


134

"Auch wenn das Fleisch sich in Seide kleidet..." Das sage ich dir, wenn ich sehe, wie du schwankend wirst in der Versuchung, die ihre Unreinheit unter dem Vorwand des Künstlerischen, des Wissenschaftlichen, ja, der Nächstenliebe verbirgt.

Ich sage dir mit den Worten eines alten spanischen Spruches: "Auch wenn das Fleisch sich in Seide kleidet, Fleisch bleibt Fleisch."


135

Wärest du dir doch deines Wertes bewußt!... - Der heilige Paulus selber sagt es dir: Du bist "pretio magno", um einen hohen Preis, erkauft.

Und dann sagt er dir: "Glorificate et portate Deum in corpore vestro." Verherrliche Gott und trage Ihn in deinem Leibe.


136

Wenn du dich in eine sinnliche Befriedigung geflüchtet hast..., welche Einsamkeit danach!


137

Zu denken, daß du für einen Augenblick der Befriedigung, der in dir einen gallenbitteren Nachgeschmack hinterläßt, "den Weg" verloren hast!


138

"Infelix ego homo, quis me liberabit de corpore mortis huius?" Ich unglücklicher Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe, der solchen Tod in sich birgt? - So ruft der heilige Paulus aus.

Fasse Mut. Auch er mußte kämpfen.


139

In der Stunde der Versuchung solltest du die Liebe vor Augen haben, die im Himmel auf dich wartet: pflege die Tugend der Hoffnung. Das bedeutet keineswegs Mangel an Selbstlosigkeit.


140

Sorge dich nicht, was auch geschieht, wenn du nur nicht einwilligst. - Denn nur der Wille kann die Pforte des Herzens öffnen und diese Abscheulichkeiten hereinlassen.


141

In deinem Innern meldet es sich vernehmlich: "Diese religiösen Vorurteile...!" Und dann sogleich die beredte Verteidigung der Erbärmlichkeiten unseres armen gefallenen Fleisches: "Es ist doch sein Recht!"

Wenn du das erlebst, dann entgegne dem Widersacher, daß es ein Naturgesetz gibt und ein Gottesgesetz, und Gott! - Und die Hölle.


142

"Domine!" - Herr! - "si vis, potes me mundare." Wenn Du willst, kannst Du mich rein machen. Ein schönes Gebet, um es oft mit dem Glauben des armen Aussätzigen zu sagen, wenn dir widerfährt, was Gott und du und ich wissen. - Bald wirst du die Antwort des Meisters hören: "Volo, mundare." Ich will, sei rein!


143

Um seine Reinheit zu verteidigen, wälzte sich der heilige Franziskus im Schnee. Der heilige Benedikt sprang in ein Dornengestrüpp. Der heilige Bernhard stürzte sich in einen eisigen Teich... - Und du? Was tust du?


144

Die makellose Reinheit seines ganzen Lebens ließ Johannes unter dem Kreuz stark bleiben. - Die anderen Apostel flohen vor GoIgotha: er bleibt, zusammen mit der Mutter Christi.

Vergiß nicht, daß die Reinheit den Charakter stark und männlich macht.


145

An der Front vor Madrid: eine Gruppe von Offizieren, in fröhlicher Runde versammelt. Ein Lied klingt auf und noch eins und noch viele andere.

Jener junge Leutnant mit seinem dunklen Schnurrbart hörte nur das erste:

"Geteilte Herzen sind nicht mein Sinn;

wenn ich meins gebe, geb ganz ich's hin."

"Wie sträube ich mich, mein Herz ganz zu geben!" - Das Gebet brach auf gleich einem ruhigen, breiten Strom.


[Drucken]
 
[Senden]
 
[Palm]
 
[Speichern]
 
Sprachwechsel:
Zurück Weiter