Josemaría Escrivá Obras
 
 
 
 
 
 
  Christus begegnen > Die Erscheinung des Herrn > Textabschnitt 38
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Sancta Maria, Stella Orientis

Ich möchte mit einigen Worten des Evangeliums von heute schließen: Sie traten in das Haus und sahen das Kind mit Maria, seiner Mutter. Unsere Herrin trennt sich nicht von ihrem Sohn. Die Weisen werden nicht von einem König, auf seinem Thron erhöht, empfangen, sondern von einem Kind in den Armen seiner Mutter. Wir wollen die Mutter Gottes, die auch unsere Mutter ist, darum bitten, daß sie uns den Weg zur vollkommenen Liebe bereite: Cor Mariae dulcissimum, iter para tutum! Ihr liebenswertes Herz kennt den sicheren Weg, auf dem wir zu Christus gelangen.

Die Weisen hatten den Stern, wir haben Maria, Stella maris, Stella orientis. Wir rufen sie heute an: Heilige Maria, Meerstern, Morgenstern, hilf deinen Kindern. Unser Eifer für die Seelen darf keine Grenzen kennen, denn niemand ist von der Liebe Christi ausgeschlossen. Die Weisen waren die Erstlingsgabe der Heiden. Seit aber die Erlösung vollbracht ist, gilt nicht mehr Jude oder Heide, nicht mehr Knecht oder Freier, nicht mehr Mann oder Frau - es gibt nicht die geringste Unterscheidung - ihr seid alle eins in Christus Jesus (Gal 3,28).

Wir Christen können nicht exklusivistisch denken, wir dürfen die Seelen nicht voneinander trennen und in verschiedene Klassen einteilen. Viele werden von Osten und von Westen kommen (Mt 8,11). Im Herzen Christi ist für alle Platz. Seine Arme sind - betrachten wir Ihn nochmals in der Krippe - die eines Kindes. Aber es sind dieselben Arme, die Er am Kreuz ausbreiten wird, um alle Menschen an sich zu ziehen (Vgl. Joh 12,32).

Einen letzten Gedanken wollen wir noch dem heiligen Josef widmen, diesem gerechten Mann, unserem Vater und Herrn. Wie gewöhnlich bleibt er auch in dieser Szene der Epiphanie unbemerkt. Ich stelle mir ihn gesammelt im betrachtenden Gebet vor, wie er liebevoll den menschgewordenen Sohn Gottes beschützt, der seiner väterlichen Sorge anvertraut wurde. Mit dem Feingefühl eines Menschen, der nicht für sich selbst lebt, gibt sich der heilige Josef großzügig hin in einem gleichermaßen stillen wie wirksamen Dienst.

Wir haben heute vom Leben des Gebetes und vom apostolischen Eifer gesprochen. Wer wäre dafür ein besserer Meister als der heilige Josef? Wenn ihr wollt, gebe ich euch einen Rat, den ich seit Jahren beständig wiederhole: Ite ad Joseph (Gen 41,55), wendet euch an Josef. Er wird euch konkrete Wege zeigen, zu Jesus zu kommen, menschliche und göttliche Wege, euch Ihm zu nähern. So wie er werdet ihr es dann auch bald wagen, das Gotteskind, das uns geboren wurde, in die Arme zu nehmen, zu küssen, zu kleiden und zu pflegen (Aus dem Gebet zum heiligen Josef im Missale Romanum als Vorbereitung auf die heilige Messe: O felicem virum, beatum Joseph, cui datum est, Deum, quem multi reges voluerunt videre et non viderunt, audire et non audierunt; non solum videre et audire, sed portare, deosculari, vestire et custodire!. Bei ihrer Huldigung und Verehrung haben die Weisen Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe geschenkt; Josef gab Ihm sein junges und liebendes Herz, voll und ganz.

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